Heiliger Teich
Südlich von Gernrode, idyllisch im Ostergrund gelegen, befindet sich der Heilige Teich – ein historischer Stauteich, der Natur, Technik und Sage auf besondere Weise verbindet. Gespeist vom Wellbach und umgeben von dichten Laubmischwäldern, fügt sich das Gewässer harmonisch in die Landschaft des Harzes ein. Heute lädt der Ort vor allem Wandernde zum Verweilen ein.
Seinen Namen verdankt der Teich einer überlieferten Legende aus dem frühen Mittelalter. Bereits im 10. Jahrhundert soll sich an dieser Stelle ein Weiher befunden haben, dessen Wasser als heilkräftig galt. Die Äbtissin Hathui von Gernrode pflegte hier Kranke. Der Sage nach färbte sich das Wasser bei ihrem Tod im Jahr 1014 zunächst blutrot, dann leuchtend grün, bevor es wieder klar wurde – ein eindrucksvolles Zeugnis der tiefen Verwurzelung des Ortes in der Harzer Sagenwelt.
Seine heutige Gestalt erhielt der Heilige Teich durch eine umfassende Sanierung in den Jahren 1978 bis 1979. In der Folge diente er über Jahrzehnte der Trinkwasserbereitstellung, insbesondere für den Ortsteil Haferfeld, bevor diese Nutzung Ende 1998 aufgegeben wurde. Heute ist der Teich vor allem als landschaftsprägendes Element und beliebtes Ausflugsziel erhalten geblieben.
Ein besonderes Merkmal ist die Selketalbahn, die den Teich auf einem steinernen Viadukt quert und ihn in zwei Teile gliedert. So vereint der Heilige Teich bis heute Naturerlebnis, Technikgeschichte und mystische Überlieferung auf engstem Raum.
